Montag, 11. März 2019
Die einen Kinder gehen demonstrieren, schießen eitle Selfies und finden sich ganz doll moralisch – die anderen Kinder gehen lernen. Die einen werden um Jobs bei irgendwelchen Berliner Propaganda-Klitschen betteln, die anderen werden mit ihrem Wissen die Zukunft gestalten. (Dushan Wegner)
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Gibt es inzwischen (oder endlich) eine deutsche Übersetzung von P.G. Wodehouses "Ring for Jeeves" (1953)? (Die englische Ausgabe kenn' und hab' ich).
Soweit ich feststellen kann, ist das der einzige Jeeves & Wooster-Band, der noch nie ins Deutsche übersetzt wurde und der noch nie bei all den zig Ausgaben von Suhrkamp, Insel, Goldmann, dtv, Rowohlt, Epoca dabei war. Schlicht vergessen? Oder (wie bei einem Agatha Christie-Buch) ist da im Text irgendwas nicht Deutsch-p.c. genug? (soweit sind wir ja inzwischen, leider & wieder).
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Sonntag, 10. März 2019
...so kommt das halb skurrile, halb schreckliche Gebilde aus Unverstand und Größenwahn zum Vorschein, das sich auf zwei ganz unhaltbare Voraussetzungen aufbaut:
...nämlich erstens der lächerlichen Annahme, das alle Menschen von Natur gleich seien oder doch durch einen richtig gebauten und richtig gehandhabten Prägestock gleich gemacht werden können,
...und zweitens der ebenso absurden Ansicht, dass der Staat berechtigt, ja sogar verpflichtet sei, sich um alles zu bekümmern, während doch gerade umgekehrt sein Wesen und seine Aufgabe darin besteht, ausschließlich das zu besorgen, womit sich das Private entweder nicht befassen will oder nicht befassen kann.(Egon Friedell über Calvinismus, in seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit", 1927-'31)
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Samstag, 9. März 2019
Ursa Major ist auch der Große Wagen.
Und deshalb muss er Julchen tragen.
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The Great Bear likes to carry
in springtime a friendly fairy.
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Freitag, 8. März 2019
Wofür brauchen wir dann Genderklos, wenn Frauen die Hälfte der Menschen sind?
(Hadmut Danisch, am "Frauentag" o.s.ä.)
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Das Leben ist so kurz! Selbst wenn Sie ein Bücherfresser sind, und nur fünf Tage brauchen, um ein Buch zweimal zu lesen, schaffen Sie im Jahre nur 70. Und für die fünfundvierzig Jahre, von Fünfzehn bis Sechzig, die man aufnahmefähig ist, ergibt das 3150 Bände: die wollen sorgfältigst ausgewählt sein!
Arno Schmidt: "Ich bin erst sechzig". Zitiert nach: Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld, Hg.: Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe I. Band 4. Zürich: Haffmans, 1987.Nun, ich les' sehr viel, und das schon mit 5 Jahren (der Vater, Drucker, brachte mir druckfrischen Erich Kästner und Hugh Lofting mit). Und ich lese immer noch und bin bereits weit über Arno Schmidts 60. Und wie er lese ich manche Bücher auch mehrmals.
Nach seiner Rechnung hab ich also in meinem bisherigen Leben knapp fünftausend Bücher gelesen. Sogar das kommt mir viel zu wenig vor. Viele der Klassiker mussten warten (und manche warten noch heute) weil es andauernd reichlich Neues gab; auch "nur" Amüsantes, leider auch so manch' Irrtümer (c'est la vie) aus denen man aber auch lernt. Und: niemand zwingt mich, jedes Buch zu Ende lesen. Da warten noch so viele andere darauf, aufgeschlagen zu werden.
Lesen dauert.
Wie Musik. Auch die geschieht in der Zeit und erfordert ebensolche Zeit vom Hörer. Und bei diesem Medium hört man nicht nur ein oder zwei Mal zu, sondern weitaus öfter, wie jeder – nicht nur der Musikliebhaber – weiß. (Momentan: Carlo Bergonzi mit Puccini & Verdi). Nur beim Anschauen von statischer, "bildender Kunst" geht das Erkennen & Begreifen in der Regel viel schneller.
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Donnerstag, 7. März 2019
Der Schlaf der Vernunft wird bis zu dem Tag anhalten, an dem eine Mehrheit der Einwohner unseres Landes am eigenen Leib erfährt, was ihnen widerfahren ist. Vielleicht werden sie sich dann die Augen reiben und fragen, warum sie die Zeit, zu der Gegenwehr noch möglich gewesen wäre, verschlafen haben.(H.M. Enzensberger in: "Wehrt Euch!", März 2014)
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