Dienstag, 14. Mai 2019

From "The KS Circle" # 36 ... (Nostalgic recollection, pt. 14)
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kdm stutzt

"Am Anfang war Andacht und Meditation. Mit gekreuzten Beinen saß Klaus Schulze vor der Maschine, sein Körper war in weiße, wallende Gewänder gehüllt und das Haar fiel ihm in langen, dunkelblonden Locken [!] über die Schultern. Die riesige Maschine, vor der dieser deutsche Pop[!]musiker ehrfurchtsvoll [!] kauerte, sah aus wie die wandschrankgroßen Telefonvermittlungen in alten Hollywoodfilmen: Hunderte von Steck-verbindungen, Knöpfen und geheimnisvoll blinkenden Lämpchen. Moog-Synthesizer hieß dieses erstaunliche Musikgerät, mit der die Geschichte der elektronischen Popmusik begann. ... Und Pink Floyd, Genesis, Tangerine Dream und Klaus Schulze blubberten, zwitscherten und rauschten [kennt man inzwischen wirklich keine neuen Verben?] davon, in zuvor unvorstellbare Science-fiction-Klangwelten. Spätestens Mitte der Siebziger war solch bekiffte Hippiemusik jedoch nicht mehr zeitgemäß..." ("Konrad", Juni/July 1999, Deutschland)

Natürlich ist alles wieder mal nur halb richtig. Weder meditierte Klaus bei Konzerten – oder zuhause, wo er ganz genauso konzentriert vor den Instrumenten sitzt – noch hält er irgendeine ehrfurchtsvolle Andacht. Der gewählte Aufbau sowie Klaus' Sitzplatz waren einfach a) das technisch praktischste: schließlich muss alles miteinander verkabelt werden, und b) für KS das bequemste. Alle zu bedienenden Tasten und Regler mussten erreichbar, also maximal in Armlänge sein. Genau genommen war ich (als Roadie & Techniker) nicht ganz unschuldig an diesem Geräte- und Bühnen-Aufbau. Doch solch Normalität ist natürlich keine "Story" für ein buntes Magazin, das die Leser unterhaltsam bei der Stange halten und eigentlich nur an ihr Portemonnaie will. Zur Kleidung: In der Regel war Klaus normaler angezogen als viele im Publikum. Sollte er nackig auftreten? Oder mit Schlips & Kragen? Lustigerweise bemerkten andere Schreiber genau das Gegenteil der hier behaupteten, natürlich frei erfundenen "weißen, wallenden Gewänder": einen schlichten Overall, und fanden den unpassend und komisch. Was also nun? Das, was gerade zum launigen Tenor des jeweiligen Artikels passt? Und, da frage ich mal vorsichtig: was ist eigentlich mit der Realität, mit der altmodischen, äh, Wahrheit?? (Denkpause) Achja: Auch gehörten "Genesis" nie zu der Fraktion der Synthi-Gruppen... "and-so-on, and-so-on, and-so-on" (cit. Monty Python)
Im Grund isses nur eins: Solch’ Schreiber konnte und kann mit der Musik nix anfangen. Dies aber sinnvoll und gekonnt zu begründen und zu beschreiben, dazu bedarf es etwas mehr als die allermeisten der zur Popmusik abkommandierten Jüngelchen in den Redaktionen drauf haben.
Am Schluss des (ja eigentlich für diese Musik recht positiven) Artikels steht dann der schöne und richtige Satz: "Die Elektronik hat gesiegt." Irgendwie kommt mir der Spruch doch sehr bekannt vor; ich glaube, den erfanden und verwendeten wir schon vor zig Jahren für die KS-Werbung... [1979 für DUNE]
Thanks to the many (!) who have sent me a copy of that article. Oops, I mean: Mein Dank geht an all die treuen Seelen, die mir eine Kopie oder sogar die originalen Magazin-Seiten zugeschickt haben.

(PS 2019: Der Artikel entstand vor zwanzig Jahren)
(PPS: Richtig Kurioses gibt's in https://klaus-schulze.com/opinions/absurd.htm

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From "The KS Circle" # 139 ... (Nostalgic recollection, pt. 13)

Noch einer? Wieder vom alten Sachsen? Aber gerne:

» Diese Herren Zeitungsschreiber – die einzigen, welche in Deutschland ohne ein Examen bestanden zu haben angestellt werden! – leben von unserer Furcht vor ihnen; Unbeachtung, gleichbedeutend mit der Verachtung, ist ihnen dagegen sehr widerwärtig. So etwas wie Haß vertragen sie gern, denn natürlich kann nur der die Presse hassen, welcher die Wahrheit fürchtet! Aber auch solche geschickte Fälschungen sollten uns nicht davon abhalten, ohne Haß bei unserer Verachtung zu bleiben: mir wenigstens bekommt dies sehr erträglich. « (Richard Wagner)

Achja, der Wagner. Er konnte sich aber auch kurz & knapp fassen:

» ...ich verachte die Presse «(Richard Wagner)

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